Anhänger-FAQ

Fragen und Antworten rund um den PKW-Anhänger
Ja. Vor Benutzung muss der Anhänger bei der Kfz-Zulassungsstelle angemeldet werden – ebenso wie ein Auto. Dazu müssen Sie den Fahrzeugbrief (=Zulassungsbescheinigung Teil II), eine Versicherungsbestätigung („EVB“) und ggf. ein Tüv-Gutachten vorlegen. Dann erhält der Anhänger ein eigenes Kennzeichen.
Für gebremste und ungebremste Anhänger muss eine Kfz-Steuer entrichtet werden, die einmal jährlich fällig ist. Die Berechnung hier ist ganz einfach: Pro angefangene 200 kg Gesamtgewicht werden 7,46 Euro fällig. Dabei ist es völlig unerheblich, um welche Art Anhänger es sich handelt. Für die Haftpflicht-Versicherung des Anhängers werden ebenfalls keine hohen Kosten fällig; hier unterscheiden sich die Tarife geringfügig von Anbieter zu Anbieter. Einen 750-kg-Anhänger kann man beispielsweise ab etwa 20,00 Euro pro Jahr versichern.
Wird ein Anhänger z.B. nur für Sportzwecke eingesetzt, wie es häufig bei Bootstrailern oder Pferdeanhängern der Fall ist, können Sie ihn auf Antrag von der Kfz-Steuer befreien lassen. Sie benötigen dazu eine Bescheinigung vom Zoll oder vom Finanzamt, die Sie bei der Zulassungsstelle vorlegen. Danach erhalten Sie ein „grünes Kennzeichen“.

Aber Achtung: Der Anhänger ist in diesem Fall nur eingeschränkt nutzbar. Sollten Sie mit Ihrem Pferdeanhänger, der ein grünes Kennzeichen führt, Baumaterial befödern und werden dabei erwischt, müssen Sie mit einer Strafe wegen Steuerhinterziehung rechnen.
Das hängt vom zulässigen Gesamtgewicht des Anhängers und ggf. auch des Zugfahrzeuges ab. Mit dem Führerschein B dürfen Sie Anhänger führen, deren zul. Gesamtgewicht 750 kg nicht übersteigt. Darüber hinaus dürfen Sie mit B auch schwerere Anhänger führen, wenn die zul. Gesamtgewichte des Anhängers und des Zugfahrzeuges in Summe maximal 3500 kg betragen.

Der Führerschein B96 (oder B mit Code 96) erhöht die o.a. 3500 kg auf 4250 kg.

Der „richtige“ Anhängerführerschein ist die Klasse BE. Hier dürfen Sie Anhänger bis zu einem zul. Gesamtgewicht von bis zu 3500 kg führen, sofern das Zugfahrzeug die entsprechende Kombination zulässt.
Das hängt von der Art des Anhängers wie auch vom Zugfahrzeug ab. Zwar dürfen SUVs und PKW theoretisch bis zu 3,5 Tonnen ziehen, doch wird dieser Wert in der Realität nur selten erreicht. Die Anhängerlast bei einem PKW darf nämlich nicht höher sein als das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs; bei bestimmten SUVs darf die Anhängerlast bis zum 1,5fachen des zulässigen Gesamtgewichts des Geländewagens betragen.

Das zulässige Gesamtgewicht ist übrigens die Summe des Leergewichts des Anhängers plus seiner Last. Heisst: Beträgt das zulässige Gesamtgewicht beispielsweise 1500 KG, und der Anhänger wiegt im Leerzustand 300 KG, dürfen Sie die Differenz (…hier 1200 KG) laden. Diese 1200 KG sind in unserem Beispiel die Nutzlast des Anhängers.

Anhänger, die ein zulässiges Gesamtgewicht von maximal 750 KG haben, benötigen nicht zwingend eine eigene Bremse. Alle Anhänger über 750 KG sind daher „gebremste“ Anhänger, die in der Regel über eine Auflaufbremse verfügen. Vorteil neben der höheren Nutzlast: Gebremste Anhänger verfügen auch über eine Feststellbremse, die ein ungebremster Anhänger nicht hat.

Die ebenfalls relevante Stützlast ist das Gewicht, mit dem der Anhänger im angekuppelten Zustand vertikal auf die Anhängerkupplung des Autos drückt. Je höher die Stützlast, umso besser ist im Allgemeinen das Fahrverhalten. Allerdings darf die maximal zulässige Stützlast nicht überschritten werden. Für die maximale Stützlast gibt es zwei Werte; zum einen die des Zugfahrzeugs, zum anderen die des Anhängers. Sie diese Werte unterschiedlich, ist die jeweils niedrigere Stützlast ausschlaggebend. Die maximale Stützlast des Anhängers finden Sie auf dem Typenschild, das in der Regel am Anhängerrahmen angebracht ist.
Im Feld 01 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (früher Fahrzeugschein) Ihres Autos ist die maximale Anhängerlast für gebremste Anhänger vermerkt, im Feld 02 finden Sie die Angaben für ungebremste Anhänger. In den Feldern 33 bzw. 22 können ggf. Lasterhöhungen vermerkt sein, die in der Regel mit einer Steigungsbegrenzung verbunden sind. Das ist zu beachten, wenn Sie ins Gebirge fahren.

Die Werte dürfen im Hinblick auf das tatsächliche Gewicht, das Sie ziehen möchten, nicht überschritten werden. Sie haben jedoch nichts zu tun mit dem zulässigen Gesamtgewicht des Anhängers. Beispiel: Ihr PKW verfügt über eine maximale Anhängerlast von 1500 KG, der Anhänger über ein zulässiges Gesamtgewicht von 2000 KG. Diesen Anhänger dürfen Sie getrost ziehen, sofern Sie das mögliche Gesamtgewicht des Anhängers nicht voll ausnutzen, sondern darauf achten, dass Leergewicht plus Ladung die für das Auto zulässigen 1500 KG nicht überschreiten.

Die ebenfalls relevante Stützlast ist das Gewicht, mit dem der Anhänger im angekuppelten Zustand vertikal auf die Anhängerkupplung des Autos drückt. Je höher die Stützlast, umso besser ist im Allgemeinen das Fahrverhalten. Allerdings darf die maximal zulässige Stützlast nicht überschritten werden. Für die maximale Stützlast gibt es zwei Werte; zum einen die des Zugfahrzeugs, zum anderen die des Anhängers. Sind diese Werte unterschiedlich, ist die jeweils niedrigere Stützlast ausschlaggebend. Die maximale Stützlast des Anhängers finden Sie auf dem Typenschild, das in der Regel am Anhängerrahmen angebracht ist.
Das beginnt bereits bei der Beladung. Die Last sollte möglichst gleichmässig auf der Ladefläche verteilt werden, wobei die schwersten Lasten über den Achsen gelagert werden. Grundsätzlich sollte vorne mehr Gewicht sein als hinten, um eine positive Stützlast zu erlangen. Das alles ist sehr wichtig für eine ausgewogene und sichere Strassenlage des Gespannes.

Die Sicherung der Ladung ist neben der Stützlast das wichtigste Kriterium, das unbedingt beachtet werden sollte, damit Sie nicht für die nächste Radiomeldung sorgen: „…Gegenstände auf der Fahrbahn…“
Gerät die Ladung erst einmal in Bewegung, treten enorme Kräfte auf. Damit gefährden Sie sich nicht nur selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

Beispiel: Eine Getränkekiste mit einem Gewicht von 14 KG wird bei einem Aufprall bei 50 km/h zu einem Geschoss von fast 1400 KG!

Die Ladung auf dem Anhänger ist daher in jedem Fall vor Antritt der Fahrt ausreichend zu sichern, wobei es verschiedene Möglichkeiten der Verzurrung oder Sicherung je nach Anhängermodell gibt. Dabei ist die maximale Tragkraft der Zurrsysteme zu beachten, wenn eine Sicherung mittels Gurten erfolgt.

Auch ein spezielles Netz kann zur Sicherung der Ladung dienen. Es wird komplett über die Bordwand gespannt und eignet sich hervorragend zur Sicherung von Gartenabfällen oder ähnlichem.

Lose Güter wie Sand oder Laub können auch durch eine Plane gesichert werden.

Aber Achtung: „Herkömmliche“ Ladung muss auch unter der Plane verzurrt werden.

Die Beladung des Anhängers sollte immer im angekuppelten Zustand erfolgen, um ein Kippen oder Aufschnappen des Anhängers zu verhindern. Abhilfe schaffen hier Heckstützen, die den Anhänger stabilisieren, wenn er nicht am Zugfahrzeug angekuppelt ist.
Zurrgurte sind bei der Ladungssicherung wohl die gebräuchlichsten Sicherungsmittel. Bei der Verwendung von Zurrgurten muss die einwandfreie Beschaffenheit gegeben sein. Wie diese aussieht, ist in den Sicherheitshinweisen beschrieben. Bei Zurrgurten spricht man von Ablegereife, wenn diese einen bestimmten Grad an Beschädigungen aufweisen. Sie dürfen dann nicht mehr verwendet werden.

Bei der Verwendung von Zurrgurten spricht man von einer kraftschlüssigen Sicherung. Heisst: Die Güter werden durch kräftiges Verzurren im Anhänger fixiert. Bei der formschlüssigen Sicherung hingegen ist ein lückenloses Beladen in einem sehr stabilen Fahrzeugaufbau erforderlich. Selbstverständlich optimieren Sie die Ladungssicherung, wenn Sie bei der formschlüssigen Beladung zusätzlich Zurrgurte verwenden.

Der einteilige Zurrgurt besteht aus einem Gurtband und dem Spannelement. Er wird normalerweise zum Umreifen der Ladung eingesetzt.

Der zweiteilige Zurrgurt besteht aus einem Festende mit dem Spannelement und einem Losende. Das Losende dient zur Längeneinstellung und wird in das Spannelement eingefädelt. An den beiden Enden ist jeweils ein Endbeschlag, z. B. ein Spitzhaken, zur Befestigung am Fahrzeug angebracht.

Weitere Hilfsmittel wie Anti-Rutsch-Matten oder Keile erleichtern darüberhinaus die Sicherung der Ladung.
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!
Die Rechtsprechung macht keine Unterscheidung zwischen privat oder gewerblich.

Aufgrund der Tatsache, dass viele Richtlinien und Vorschriften aus dem Transportgewerbe und der Industrie stammen, könnte der Eindruck entstehen, dass diese strengen Regelungen zur Ladungssicherung nicht für Privattransporte zutreffen. Dies ist jedoch falsch! Alle Vorschriften gelten uneingeschränkt auch für private Transporte im PKW oder im Anhänger. Zunehmend werden private PKW-Anhänger beim Verlassen von z.B. Baumärkten auf korrekte Ladungssicherung kontrolliert, und nicht selten werden empfindliche Geldstrafen verhängt.

Beim Fahren mit einem beladenen Anhänger wirken unterschiedliche Kräfte auf die Ladung ein. Fahrer, Halter und Verlader sind in der Verantwortung, dass die Ladung nicht verrutscht oder gar verloren geht. Die richtige Ladungssicherung ist sehr komplex und gesetzlich in §§22, 23, 30 StVO und §412 HGB geregelt. Auch die VDI-Richtlinie für Ladungssicherung (VDI-Richtlinie 2700) beschreibt die Grundlagen der Ladungssicherung.

§22 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung besagt:
„Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“
Insbesondere beim Transport von Langmaterial lässt es sich oft nicht vermeiden, dass die Ladung am Heck herausragt. Dazu gibt es feste Regeln:

Bei einem Überstand unter 1 Meter ist keine zusätzliche Kennzeichnung notwendig, wenn die standardmässig vorgeschriebene Beleuchtung nicht verdeckt wird. Die Fahrtstrecke ist bei diesem Überstand unbegrenzt.

Überstand bis 1,5 Meter: Hier muss die überstehende Ladung bei Tag mit einer roten Fahne und bei Nacht mit einer roten Lampe mit Rückstrahler gekennzeichnet werden, wenn die standardmässig vorgeschriebene Beleuchtung nicht verdeckt wird. Die Fahrtstrecke bei diesem Überstand ist unbegrenzt.

Bei einem Überstand bis 3 Meter muss bei Tag mit einer roten Fahne und bei Nacht mit einer roten Lampe mit Rückstrahler gekennzeichnet werden, wenn die standardmässig vorgeschriebene Beleuchtung nicht verdeckt wird. Ansonsten muss ein Zusatz-Leuchtenträger mit kompletter Beleuchtung angebracht werden. Die Fahrtstrecke ist bei diesem Überstand begrenzt auf einen Radius von 50 KM.

Die Zug-Gesamtlänge ohne Ladung darf 18,75 Meter nicht überschreiten. Mit Ladung dürfen 20 Meter nicht überschritten werden.
Bei den meisten Anhängern ist es möglich, eine Ausnahmeregelung zu erlangen, die in Deutschland die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf 100 km/h erhöht. Dafür müssen beim Anhänger folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

– Der Anhänger muss bauseitig für den 100-km/h-Betrieb geeignet sein. Das bescheinigt entweder der Hersteller mit einem Vermerk im COC-Papier oder der TÜV bzw. die DEKRA in einem entsprechendem Gutachten.

– Der Anhänger muss, wenn es sich um einen gebremsten Anhänger handelt, über hydraulische Radstossdämpfer verfügen.
– Die Reifen dürfen maximal 6 Jahre alt sein.
– Die Reifen am Anhänger sind für ein Tempo von bis zu 120 km/h zugelassen und verfügen über den Geschwindigkeitsindex L.

Doch auch, wenn der Anhänger die Voraussetzungen zum Tempo-100-Betrieb erfüllt, muss weiteres im Zusammenhang mit dem Zugfahrzeug beachtet werden:

– Das Zugfahrzeug muss über ABS verfügen.
– Das zul. Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs darf 3500 KG nicht überschreiten.
– Das zulässige Gesamtgewicht des Gespannes (…Zugfahrzeug plus Anhänger) darf nicht überschritten werden.

Zudem muss das zul. Gesamtgewicht des Anhängers in einem bestimmten Verhältnis zum Leergewicht des Zugfahrzeugs stehen. Der zu multiplizierende Faktor mit dem Leergewicht des Autos wird in Abhängigkeit von der Anhängerart wie folgt definiert:

– Faktor 0,3 für ungebremste Anhänger
– Faktor 1,1 für gebremste Anhänger
– Faktor 1,2 für Anhänger mit Antischlingerkupplung (Stabilisierungskupplung).

Beispiel: Das Leergewicht Ihres PKW beträgt 1500 KG. Multipliziert mit 1,1 darf der gebremste Anhänger somit ein zul. Gesamtgewicht von 1650 KG haben, sofern er keine Antischlingerkupplung hat. Handelt es sich um einen ungebremsten Anhänger, gilt Faktor 0,3. Heisst: In diesem Fall darf der Anhänger höchstens ein zul. Gesamtgewicht von 450 KG haben, wenn Sie die Tempo-100-Regelung anwenden möchten.

Ggf. kann es sinnvoll sein, über eine Ablastung des Anhängers nachzudenken.
Bei einem Umbau zur Tempo-100-Regelung bei einem neuen Anhänger (in diesem Fall sind keine neuen Reifen notwendig) beschränken sich die Kosten auf die Montage hydraulischer Radstossdämpfer und ggf. ein DEKRA-Gutachten.

Das Gutachten kostet 44,00 Euro, für die Radstossdämpfer berechnen wir 95,00 Euro pro Achse.

Bei einem einachsigen Anhänger belaufen sich die Gesamtkosten somit auf 139,00 Euro, bei einem Tandem-Anhänger auf 234,00 Euro.
Insbesondere bei ungebremsten Anhängern kann eine Ablastung sinnvoll sein, wenn es um die Tempo-100-Regelung geht. Bei einer Ablastung wird in einem DEKRA-Gutachten festgestellt, dass das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers von beispielsweise 750 KG auf 400 KG reduziert wird. Eine technische Veränderung wird dabei nicht vorgenommen.

Selbstverständlich reduziert sich dadurch auch die Nutzlast des Anhängers, und man sollte sich vorher im Klaren darüber sein, was man transportieren möchte.

Ungebremste Motorradtrailer, die für nur ein Motorrad vorgesehen sind, stellen hier ein oft angewandtes Beispiel dar: Die Nutzlast bleibt nach der Ablastung ausreichend erhalten, und die Tempo-100-Regelung darf auch bei leichteren Zugfahrzeugen (in unserem Beispiel bei einem PKW-Leergewicht von 1300 KG) angewandt werden.

Die Kosten einer Ablastung ohne technische Änderung betragen 39,00 Euro.

Die Ablastung kann später wieder rückgängig gemacht werden.
Der Anhänger benötigt keine besondere Pflege, aber eine regelmässige Reinigung von Schlamm, Streusalz und anderen Verschmutzungen ist ratsam. So stellen Sie sicher, dass er auch nach Jahren noch ansprechend aussieht und nicht vorzeitig altert.

Beschädigte Holzstellen werden mit Holzschutzfarbe (z.B. Consolan) verschlossen. Stark verschmutzte Zinkteile können Sie von Zeit zu Zeit mit Reinigungsbenzin oder ähnlichen Mitteln reinigen. „Weissrost“ kann mit biologisch abbaubarem Öl beseitigt werden. Achtung: Angelaufene Aluminiumflächen nicht mit sauer oder alkalisch wirkenden MItteln behandeln, sondern mit klarem Wasser und Spültmittel, ggf. speziellen Eloxal-Reinigern. Auch Felgenreiniger eignet sich gut, um Aluminium zu säubern.
Der Reifendruck sollte regelmässig geprüft werden, und nach jeweils 1000 KM sollten Kugelkupplung, Bordwandverschlüsse, Auflaufeinrichtung und (falls vorhanden) das Automatikstützrad gefettet und geschmiert werden.

Jährlich, bei hoher Beanspruchung in kürzeren Intervallen, sollten folgende Inspektionen durchgeführt werden:

– Bremsen: Beläge prüfen, ggf. erneuern. Bremsmechanik prüfen und Gleitstellen fetten. Rückzugfedern, Bremstrommeln, Bremsseile und -gestänge prüfen. Auflaufeinrichtung abschmieren, Bremse einstellen.

– Radlager: Lager, Dichtungen und Fett prüfen, ggf. erneuern. Radlagerspiel prüfen, ggf. einstellen.

– Achsen: Sichtprüfung auf Schäden, Federung kontrollieren, Befestigung prüfen.

– Reifen und Räder: …auf Schäden, Alterung und Verschleiss prüfen. Luftdruck prüfen. Radmuttern kontrollieren.

-Zugeinrichtung: Schraubverbindungen kontrollieren und auf Beschädigung prüfen.

– Kugelkupplung: Funktion und Spiel prüfen, ölen bzw. fetten.

– Aufbau, Verschlüsse und Scharniere: Schraubverbindungen prüfen, ggf. schmieren.

– Zubehör: Befestigung und Funktion prüfen, ggf. notwendige Wartungen durchführen.

– Elektrische Anlage: Stecker, Kabel, Leuchten und Rückstrahler auf Beschädigungen prüfen. Leuchten auf einwandfreie Funktion prüfen.
Bei einem Fehler in der Beleuchtung Ihres Anhängers sollten Sie zuerst eine mögliche Fehlerquelle am Zugfahrzeug ausschliessen. Dort können Kontakte in der Steckdose, die Verbindung zum Kabelstrang oder auch das Anhängerbeleuchtungs-Steuergerät für den Fehler ursächlich sein.

Beim Anhänger ist eine häufige Fehlerursache im Stecker zu finden, wenn die Kontakte oxidiert sind. Abhilfe: Vorsichtiges aufbiegen der Kontakte oder reichlich Kontaktspray verwenden und anschliessend hin- und herwackeln. Den Stecker, nicht Sie.

Sollten einzelne Beleuchtungsfunktionen versagen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass nur eine Glühlampe defekt ist. Entfernen Sie die betreffende Glühlampe und testen Sie die Funktion mit einer intakten.

Leuchten oder blinken einzelne Leuchtenfunktionen mit, obwohl sie nicht eingeschaltet sind, liegt meistens ein Massefehler vor. Der Massefehler kann sowohl durch nicht richtig belegte Steckverbindungen oder durch ein gequetschtes oder gelöstes Kabel entstehen.

Brennt eine Sicherung vom Zugfahrzeug durch, liegt entweder ein Kurzschluss an dem Anhänger vor, oder die Sicherung hatte einen zu niedrigen Wert. In seltenen Fällen ist es auch möglich, dass die Sicherung durch langjährige Nutzung gealtert ist. Da bei Anhängern Schlusslicht und Blinker jeweils für links und rechts sowie Bremslicht und Nebelschlussleuchte getrennt abgesichert sind, lässt sich die Schadenquelle leicht eingrenzen. Liegt eine Fehlbelegung an Stecker oder Leuchten vor, hat ein stromführendes Kabel Kontakt mit der Masse am Rahmen, eventuell auch innerhalb der Leuchten. Die Kurzschlussquelle muss gesucht werden: Bei modernen Leuchten mit Bajonettverbindung lässt sich der Fehler durch Trennen von Verbindungen leicht eingrenzen. Wenn der Kurzschluss nach der Trennung noch vorhanden ist, liegt der Defekt nicht in der Leuchte, sondern in den Bauteilen davor.
Die Tabelle zeigt die Steckerbelegungen entsprechend der DIN-Norm und sind für 12-Volt-Stecker (13polig) gültig:

1: gelb, Blinker links
2: blau, Nebelschlussleuchte
3: weiss, Masse
4: grün, Blinker rechts
5: braun, Rückleuchte rechts
6: rot, Bremsleuchten
7: schwarz, Rückleuchte links
8: grau/pink: Rückfahrleuchte
9: braun/blau/orange: Dauerstrom, Dauerplus
10: braun/rot: Ladeleitung
11: weiss/schwarz/blau: Masse für Stromkreis zu 10
12: ohne: Anhängerkennung (leer)
13: weiss/rot: Masse für Stromkreis zu 9

 

Hinweis zu 7poligen Steckern:

Die Belegung der Polnummern 1 bis 7 eines 7poligen Anhängersteckers ist mit der Belegung der Polnummern 1 bis 7 des 13poligen Anhängersteckers identisch.
Der Reifendruck spielt sowohl für die Sicherheit als auch für den Verschleiss der Reifen eine grosse Rolle. Der optimale Luftdruck ist dann eingestellt, wenn die Reifen mit ihrer gesamten Breite auf der Fahrbahn abrollen.

Welchen Druck Ihr Reifen benötigt, entnehmen Sie folgender Tabelle:

175/65 R14: 2,6 Bar
175/70 R14: 2,7 Bar
175/80 R14: 2,4 Bar
185 R14 94R: 3,0 Bar
145 R 10: 2,7 Bar
195/50 B10: 6,0 Bar
195/55 R10 C: 6,25 Bar
145 R 12: 2,3 Bar
225/55 B12 C: 6,8 Bar
185 R14 C: 4,5 Bar
185/60 R14: 2,5 Bar
185/65 R14: 2,6 Bar
185/70 R14: 2,5 Bar
185/80 R14: 2,4 Bar
195/60 R14: 2,6 Bar
195/65 R14: 2,7 Bar
195/70 R14: 3,1 Bar
195/50 R13 C: 6,25 Bar
195/55 R13 C: 6,5 Bar
145/70 R13: 3,4 Bar
145/80 R13: 3,0 Bar
155/70 R13: 2,7 Bar
155/80 R13: 2,7 Bar
155 R13 C: 3,5 Bar
155 R13 RF: 2,9 Bar
165 R13: 2,7 Bar
165/70 R13: 2,7 Bar
165/80 R13: 2,7 Bar
175 R13: 2,3 Bar
195 R 14C: 4,5 Bar
205/60 R14: 2,6 Bar
205/70 R14: 2,7 Bar
205 R14 C: 4,5 Bar
175/65 R15: 2,7 Bar
185/60 R15: 2,7 Bar
185/65 R15: 2,7 Bar
195/55 R15: 2,7 Bar
195/60 R15: 2,7 Bar

Die Angaben zum Reifendruck sind unabhängig vom Anhänger-Hersteller. Es kommt nur auf die Bezeichnung des Reifens an. Es spielt also keine Rolle, ob der Anhänger von Humbaur, Saris, Böckmann oder einem sonstigen Hersteller ist.

Drehmoment für die Radbolzen:
Die Radmuttern sollten von Zeit zu Zeit auf festen Sitz kontrolliert werden.
Die korrekten Anziehmomente:
– Schlüsselgrösse 17 (19), Gewinde M12x1,5: Drehmoment 80-100
– Schlüsselgrösse 19, Gewinde M14x1,5: Drehmoment 110-130
Das Abreißseil wirkt vielleicht wie ein nettes Detail, hat jedoch eine lebenswichtige Funktion: Springt der Anhänger vom Kugelkopf, löst es die Anhängerbremse aus. Das selbe gilt, wenn Sie Ihre (abnehmbare) Anhängerkupplung verlieren.

Damit das funktioniert, muss das Abreißseil korrekt verlegt sein:
– Das Seil muss an der Befestigung am Bremshebel tatsächlich abreissen können.
– Das Seil muss bei abnehmbaren Anhängerkupplungen an einem fest mit dem Auto verbundenen Bauteil (Öse) befestigt sein.
– Das Seil muss durch eine Führung an der Unterseite der Deichsel verlaufen, damit es auf dem letzten Stück bis zum Handbremshebel gerade verläuft und nicht verklemmt.
In den Niederlanden, in Österreich und in der Schweiz gibt es klare Regeln zur Befestigung des Abreißseiles am Zugfahrzeug. Hier müssen Sie mit empfindlichen Strafen rechnen, wenn Sie sich nicht daran halten.

In Deutschland muss das Sicherungsseil mit dem Karabiner in eine an der Karosserie oder am Kupplungsträger befestigte Öse oder in eine Bohrung in der Kugelstange eingehakt werden, darf aber auch „lose“ um den Kugelhals geschlungen werden, falls es weder Bohrung noch Öse gibt.

In den Niederlanden müssen generell alle Anhänger (…auch ungebremste) über eine Losreißvorkehrung verfügen. Hier darf das Abreißseil nicht als Schlinge über der Kugelstange liegen, sondern muss durch eine Öse oder einen Bügel führen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Anhängerkupplung starr oder abnehmbar ist.

In Österreich benötigen auch Anhänger ohne Bremse eine Sicherungsverbindung (z.B. eine Reißleine oder Sicherungskette). Allerdings reicht es im Allgemeinen aus, die Reißleine über die Anhängerkupplung zu legen.

In der Schweiz müssen, wie auch in Österreich, ungebremste Anhänger ebenfalls über eine Losreißvorrichtung verfügen. Im Gegensatz zu Österreich reicht es hier jedoch nicht aus, das Sicherungsseil einfach über die Kugelstange der Anhängerkupplung zu legen.
Gerade bei Anhänger, die relativ selten genutzt werden oder die bei der Nutzung sehr geringen Bremsbelastungen unterliegen, kann in den feuchten Jahreszeiten Herbst und Winter beim Zusammentreffen ungünstiger Einflüsse ein Festkleben von Bremsbelägen an der Trommeloberfläche auftreten.

Abhilfe kann auf einfache Weise geschaffen werden:
Meist gelingt es bereits, die Bremse durch hin- und herrucken des Anhängers zu lösen. Sollte das nicht möglich sein, hilft ein fester Hammerschlag auf ein Holzstück, das auf die Felgenschlüssel im Bereich der Radnabe aufgesetzt wird.
– Zugstange schiebt beim Bremsen zu sein ein: …Bremsen nachstellen.
– Beläge noch nicht eingefahren: …gibt sich nach einigen Bremsungen.
– Bremsseile, Umlenkhebel oder Spreizhebel schwergängig: …Übertragungseinrichtungen instandsetzen oder austauschen.
– Bremstrommeln mit starken Riefen oder unrund: Bremstrommel austauschen, ggf. Bremsbacken mit austauschen.
– Radbremsen verstellt: Radbremsen einstellen.
– Bremsseile verknickt oder schwergängig: Seile erneuern.
– Bremsbacken alt oder beschädigt: Bremsbacken erneuern.
– Bremstrommeln beschädigt: Bremstrommeln erneuern.
– Mechanik in den Radbremsen verschmutzt oder schwergängig: Bremsen zerlegen, reinigen, gängig machen, bewegliche Stellen dünn mit Kupferpaste bestreichen, defekte Teile austauschen.
Rückwärtsfahrt sehr schwergängig oder blockiert:
…tritt auf, wenn die Bremsanlage zu stramm eingestellt ist oder wenn Bauteile der Rückfahrautomatik schwergängig oder falsch montiert sind.
Die Bremsanlage muss neu eingestellt oder die Rückfahrautomatik instand gesetzt werden.
– Fehlerhafte Einstellung: Gestänge und/oder Radbremsen richtig einstellen.
– Zugstange, Handbremshebel oder Umlenkhebel klemmt: Handbremse lösen. Bauteile der Auflaufeinrichtung auf Leichtgängigkeit prüfen und beschädigte Teile austauschen.
– Mechanik der Radbremse schwergängig: Schwergängige Teile instand setzen.
– Bremsseile geknickt oder schwergängig: Bremsseile erneuern.
– Rückzugfedern zu schwach oder gebrochen: Federn erneuern.
– Bremsbacken abgelöst oder gebrochen: Bremsbacken austauschen.
– Zugstange schiebt beim Bremsen zu sein ein: …Bremsen nachstellen.
– Beläge noch nicht eingefahren: …gibt sich nach einigen Bremsungen.
– Bremsseile, Umlenkhebel oder Spreizhebel schwergängig: …Übertragungseinrichtungen instandsetzen oder austauschen.
– Bremstrommeln mit starken Riefen oder unrund: Bremstrommel austauschen, ggf. Bremsbacken mit austauschen.
– Überlastung: …Bremsen weniger beanspruchen, ggf. Abkühlphase mit gelöster Bremse einlegen.
– Bedienfehler: …durch kurzes stärkeres Anziehen mit dem Zugfahrzeug dafür sorgen, dass sich die Radbremsen etappenweise wieder lösen können.
– Stossdämpfer der Auflaufeinrichtung defekt: Stossdämpfer austauschen und Bremsanlage komplett neu einstellen.
– Übertragungseinrichtungen schwergängig: Schwergängige Teile gangbar machen oder austauschen und Bremsanlage komplett neu einstellen.
– Stossdämpfer der Auflaufeinrichtung defekt oder zu schwach: Stossdämpfer austauschen und Bremsanlage komplett neu einstellen.
Kupplungskugel vom Zugfahrzeug verschlissen. Kugelkupplung Anhänger verschlissen oder defekt. Eventuell fehlt auch nur Fett auf der Kugel. Eventuell klappert nicht die Kupplung, sondern die Zugstange in den Buchsen oder das Bremsgestänge.

Abhilfe: Spiel von Kupplungskugel und/oder Kugelkupplung messen. Wenn kein Messgerät zur Verfügung steht, Gegenprobe mit anderen, neuwertigeren Fahrzeugen machen.
Beim rütteln an der Zugeinrichtung vom Anhänger darf kein Spiel in der Kupplung zu fühlen sein. Kupplungskugel muss immer gut gefettet sein (Ausnahme: Antischlingerkupplung).
Verschlissene Bauteile sofort austauschen.
– Kugelkupplung ist nicht geöffnet oder auf einer neuen Kupplungskugel ist noch sehr viel Farbe: Kugelkupplung vor dem Aufsetzen öffnen. Ggf. dicke Farbschicht von Kupplungskugel entfernen.
– Sicherungsmechanik schwergängig oder defekt: Sicherungsmechanik ölen oder fetten. Kugelkupplung mit defekter Sicherungsmechanik sofort austauschen.
– Defekte Kugelkupplung, schwergängige Sicherungsmechanik, Kugelkupplung wurde im geschlossenen Zustand auf die Kupplungskugel aufgelegt:
Defekte Kupplung austauschen, Sicherungsmechanik regelmässig kontrollieren und schmieren, Kugelkupplung vor dem Aufsetzen eindeutig öffnen und nach dem Aufsetzen prüfen, ob die Kupplungskugel wirklich in der Kugelkupplung verschwunden ist.
– Bei sehr alten Anhängern oder bei Bootsanhängern, die regelmässig gewassert wurden, können die Gummistränge in den Achsen hart geworden sein oder werden durch Rost innerhalb des Achsrohres gequetscht:
Achse austauschen.
– Starke Überladung. Fahren mit hoher Geschwindigkeit durch Schlaglöcher. Unfallschaden durch Anstoss oder Schlingern bei hoher Geschwindigkeit. Aufschlagen auf Bordsteiner (links häufig im Kreisverkehr), zu enges Rückwärtsrangieren mit hoher Last:
Betreffenden Schwingarm mit Gummielementen tauschen, bei älteren Achsen die Achse komplett erneuern.
– Schäden wie bei Radstellung (Spur, Sturz), falsche Reifengrösse, falsche Einpresstiefe der Felge, Kotflügel zu niedrig montiert, Überladung:
Mechanische Fehler beseitigen, den Anhänger nicht überladen.